25.04.2023

Interview zum Motto LONGING FOR BELONGING für den Jam 2023

Zugehörigkeit ist ein menschliches Grundbedürfnis – auch in der Arbeitswelt. Am 20. und 21. September 2023 lädt der 7. Corporate Culture Jam ins Gabrium in Maria Enzersdorf bei Wien. Wir haben das Vorbereitungsteam getroffen, und nachgefragt, was sich unter dem diesjährigen Motto „Longing for belonging“ verbirgt.

Warum habt ihr Belonging zum Jam-Thema gemacht?

Karin Krobath: Wir sehen im Moment viel Ratlosigkeit. Menschen wie Manger:innen scheinen verunsichert. Was darf man eigentlich noch sagen oder tun? Und wie wirkt es auf die junge Generation? Ist eine internationale Führungskräftekonferenz mit viel Fliegerei überhaupt noch sinnvoll? Wäre die 4-Tage-Woche fürs eigene Unternehmen Gewinn oder lässt man es doch, weil die ersten schon wieder zurückrudern? Fragen über Fragen. Gleichzeitig gibt es ein großes Bedürfnis nach Sinn, Anerkennung und Zugehörigkeit. Wir dachten das „longt“ dann für einen Jam.

Sabine Zinke: Außerdem haben sich die Arbeitswelten seit der Corona-Pandemie verändert. Wir sind aus dem Home-Office zurück, aber es ist nicht mehr dasselbe. Hybride Modelle und flexible Arbeitszeiten erschweren die spontane Kommunikation, die im Belonging eine sehr große Rolle spielt.

Die Ankündigung liest sich sehr farbenfroh – was steckt hinter den Begriffen Blue, Green, Pink und Silver Belonging?

Michelle Baumann-Unger: Bei Green Belonging stellen wir uns die Frage, wie sich klimabewusste Unternehmenskultur auf Verbundenheit auswirkt. Blue Belonging ist für Produktionsbetriebe wichtig, weil Motivationstreiber für Blue-Collar-Mitarbeiter:innen oft vergessen werden. Home-Office ist da ja eher schwierig. Hochspannend ist auch das Thema der älteren Generationen am Arbeitsmarkt – wir nennen das Silver Belonging. Welcher Mindset-Change würde Menschen länger gesund im Arbeitsleben halten? Und bei Pink-Belonging wollen wir darüber reden, wie Diversity auf die Employer Brand einzahlt.

Wie entstehen eigentlich Zugehörigkeit und Identifikation? Was sind positive Treiber?  

Sabine Zinke: Wenn wir Arbeitswelten für Kund:innen designen und bauen, berücksichtigen wir unterschiedliche Orte für die Zusammenarbeit. Jede Organisation braucht „Wasserlöcher“, an denen man sich informell austauscht, genauso wie „Bauplätze“ an denen gemeinsam auf etwas hingearbeitet wird und „Lagerfeuer“ für Ideen und gemeinsames Lernen. Gleichzeitig lieben Menschen in Konzentrationsphasen ihre „Höhle“ und das „Podium“, wenn es um Präsentation und Anerkennung geht. Auch „Aussichtspunkte“ für Inspiration dürfen nicht fehlen. Mit diesen Orten werden wir beim Jam auch arbeiten und spielen.

Karin Krobath: Ja, an all diesen „Plätzen“ entsteht Kommunikation und damit auch Kultur. Eine gute Mischung aus Leadership, Begegnungen und Ritualen entscheidet darüber, ob ich bleibe oder gehe. Es ist wie in einer guten Beziehung, die überlässt man über die Jahre auch nicht dem Zufall, sondern plant Zeit für gemeinsame Erlebnisse. So ist es auch im Business – tragfähige Beziehungen brauchen gemeinsame Zeit in unterschiedlicher Qualität. Ist das etabliert, tut sich der Zufall auch viel leichter.

Worauf kann man sich heuer besonders freuen?

Michelle Baumann-Unger: Es gibt Keynotes, Workshops, Best Practice, Jam-Sessions und heuer zum ersten Mal „Campfires“ – also Diskussion und Austausch um größere Phänomene oder kontroverse Themen. Bei diesen Campfires diskutieren wir verschiedene Perspektiven, lösen uns vom Operativen und betrachten gesellschaftliche Fragestellungen.

Karin Krobath: Wir werden zum Beispiel zum Thema „Leerer Arbeitsmarkt versus Menschen, die eine 2. oder 3. Chance brauchen“ mit der Bildungseinrichtung Frauen für Frauen und dem Familienunternehmen Hartlauer „befeuern“. Unglaublich spannendes Feld, wenn man etwas unter die Oberfläche taucht und sieht, was Berufsausbildungen für Erwachsene bewirken – persönlich, unternehmerisch und gesellschaftlich.

Sabine Zinke: Ich freue mich besonders auf die Keynotes von Svante Randlert (Schweden) und Raj Sisodia (Boston). „Belonging“ ist so aktuell und beide sind internationale Experten, die uns sicher einige Ideen liefern, die wir dann in den Jam-Sessions verdauen können.

Warum am Jam teilnehmen und nicht an einer anderen HR-Konferenz?

Karin Krobath: Am besten die Fotos der letzten Jahre anschauen, die sprechen für sich. Es geht uns darum, Klischees zu sprengen und aus dem eigenen Gedanken-Trott rauszukommen.

Michelle Baumann-Unger: SUCCUS Wirtschaftsforen organisiert viele Konferenzen. Mit dem Corporate Culture Jam ist uns ein besonderes Format gelungen – agil, interaktiv und mit Tiefgang. Jedes Jahr sind rund 150 Personen mit dabei, aus verschiedenen Branchen und Positionen. Dieser Mix macht es so spannend.

Wer sollte unbedingt dabei sein?

Sabine Zinke: Der Jam richtet sich an Profis aus den Bereichen HR, Employer Branding, Marketing, Personal- und Organisationsentwicklung. Und natürlich Menschen, die Transformationsprozesse oder Arbeitsweltprojekte leiten oder sich einfach Inspiration holen wollen. Alle, die Lust auf etwas Neues haben und ihre Komfortzone vielleicht auch mal kurz verlassen wollen, sind beim Corporate Culture Jam richtig.

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